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Das Labyrinth der Wörter ...

 

Die Melodie der Bäume

 

Die Melodie der Bäume


Vor langer, langer Zeit, als Wünschen noch geholfen hat, gab es viele Wälder auf dieser Welt.
Die verschiedensten Bäume wuchsen dort und viele Tiere lebten in ihrem Schutz.
Eines Tages wehte ein leichter Wind durch einen Wald und er nahm die Gedanken eines Baumes mit auf seine Reise. Er trug sie in einen Wald am anderen Ende der Welt. Dort stand ein anderer Baum, der den Wind in seinen Zweigen spürte und die Gedanken auffing, bevor sie drohten zu Boden zu fallen. Und die Gedanken berührten die Zweige und Blätter des Baumes. Sie blieben daran haften und der Baum konnte die Gedanken erfühlen. Und weil er offen war konnte er nicht nur die Worte wahrnehmen, sondern auch die Bilder der Worte und die Symbole. Er hörte die Geschichten der Worte und ihre Melodie. Und weil den Baum berührte was er da wahrnahm, beauftragte er den Wind seine eigenen Gedanken mit auf den Weg zurück zu nehmen – ans andere Ende der Welt. Vielleicht würde der Wind den Baum ja wiedererkennen, der einst seine Gedanken versendet hatte. Ihm sollte er sie überbringen.

Und der Wind nahm die Gedanken des Baumes mit auf seinen Weg. Tatsächlich begegnete er dem ersten Baum wieder – in dem Wald – am anderen Ende der Welt. Und er überbrachte die Gedanken, die eine Antwort waren. Auch dieser Baum war bereit sie aufzunehmen. Nicht alles, was er spürte war so, wie er sich die Wälder – am anderen Ende der Welt – vorgestellt hatte. Vieles davon stimmte nicht und einiges befand er für gut. Und er sendete eine Art von Antwort auf den Weg – mit dem Wind als Boten.

Viele Male musste der Wind seinen Weg antreten um Gedanken, Bilder, Gefühle und Geschichten hin und her zu tragen. Und manchmal lächelte der Wind, denn er hörte mit, was die Bäume sich gegenseitig erzählten. Sie sprachen von dem, was sie erlebt hatten. Sie erzählten Geschichten, die ihr Leben geprägt hatten. Sie erklärten, was sie beschäftigte. Und so wurde der Wind ihr Vertrauter. Manchmal war einer der Bäume mit den Gedanken des anderen nicht einverstanden, doch sie versuchten einander nicht dafür zu verurteilen. Sie tauschten sich aus um mehr über die Welt zu erfahren. Denn sie waren offen dafür.

Die Zeiten zogen ins Land und aus dem Winter war schon lange ein Frühling geworden und die Blätter an den Bäumen waren zart, fast gläsern. Genauso zerbrechlich wie der leichte Wind, der die vielen Botschaften hin und her trug. Und ein dichtes Blättergewand umhüllte die Bäume. Es diente dem Schutz und dem Leben.

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen wurde der Wind kräftiger. Er wurde stark und konnte die Gedanken leichter tragen. Denn sie wurden gehaltvoller. Als die Tage wärmer wurden teilten die Bäume schon viele Geschichten. Und wenn der Wind in den Blättern raschelte mussten sie manchmal lachen, weil es kitzelte. Ihre Zweige bogen sich im Sommerwind und man konnte die Stellen sehen, an denen sie verletzt waren. Stürme hatten einige abgebrochen als sie noch jünger waren. Sie wussten nicht immer damit umzugehen. Auch Bäume müssen lernen, wie fest sie sein müssen um Bestand zu haben und wie viel sie nachgeben mussten um unbeschadet zu überleben. Doch nicht jede Windböe konnte in Kauf genommen werden. Manchmal mussten

Zweige brechen, denn so erkannten die Bäume, welches ihre starken Äste sind. Doch all die Verletzungen an ihren Ästen und Zweigen, an ihren Stämmen waren nicht mehr so schlimm, weil sie sich durch ihre Geschichten heilten.

Es kamen Tage, an denen die Abende kühler zu werden schienen. Der Wind – als Bote – war am Tag noch warm doch nachts schon fast kalt. Und die Blätter der Bäume begannen in verschiedenen Farbtönen zu schimmern. Noch bedeckten sie die Bäume und stimmten sie fröhlich, wenngleich die Bäume wussten, dass der Herbstwind ihre Blätter bald fortwehen würde. So genossen sie die wärmenden Tage. Und wenn der Wind durch die Zweige und Äste wehte um die Gedanken und Geschichten zu übermitteln, so schienen sie manchmal fast zu lachen.

Als die ersten Blätter von den Winden mit auf die Reise genommen wurden brauchen die Bäume ihren Schutz nicht mehr. Sie waren gefüllt mit Klängen und Tönen, mit Melodien und Symbolen, mit Gedanken und Geschichten – von sich selbst und vom anderen.

Die ersten kalten Tage hüllten die Welt ein und die Bäume wussten um ihr Schicksal. Sie waren gewachsen um zu wärmen. Und so wurden ihre Körper gefällt. Ihre Kronen sanken zur Erde. Diejenigen, die die Stämme zersägten und genau hinzusehen vermochten, erkannten unter der Rinde und in den Ringen die Spuren, die das Leben im Wald bei den Bäumen hinterlassen hatte. Sie lächelten und freuten sich über das Leben der Bäume.

Und wann immer die Körper dieser Bäume – irgendwo auf der Welt – in den Flammen des Feuers verbrennen, stiegt Rauch auf. In sich trägt der Rauch die Energie der Bäume und damit ihre Gedanken, ihre Geschichten, ihre Lieder. Melodien vermischen sich mit der kalten Winterluft und werden vom Wind fortgeweht. Über Wiesen und Wälder.

Und wenn ein Wissender die Türe öffnet, um hinaus zu gehen, dann kann er den kalten Winterwind auf der Haut spüren und hört die Melodie der Bäume.

Diana Sicher-Fritsch

SEIN und WERDEN

 

Als sie ihn zum ersten Mal wahrnahm sah sie seine Augen.
Sie waren offen.
Und er ließ sie herein.

Als er sie hereingebeten hatte, sah sie ihn.
Sie nahm ihn wahr als das was er war.
Und sie wusste, dass er wusste. Und er wusste, dass sie wusste.
So begaben sie sich auf die Reise.

Und er war das, was er werden musste, denn der Weg schien ihm vorgegeben.
Und er wurde.
Doch sie sah das, was er war.

All das was er tat, tat er mit jugendlichem Herzen.
Es hielt ihn jung, machte ihn fröhlich.
Doch es hielt ihn in einer Zeit gefangen.
Und so fühlte er sich manchmal. Dieser Zeit ausgeliefert.

Das was sie sah machte ihm ein wenig Angst.
Und so hielt er sich, hielt sie, hielt sich – hielt fern.
Um nicht dem zu begegnen.
Um nicht werden zu müssen, was ängstigte, was ihm etwas nehmen könnte.

Doch es gab nur zwei Wege.

Der eine Weg war zu bleiben.
In einer inneren Welt, die er sich zurecht gelegt hatte. Diese Welt war schön, war bequem, war komfortabel.
Diese Welt war die eines jungen Menschen. Und er kannte sie zu gut.
So ließe es sich leben, ließe es zu, zu sein.
Doch die Welt hielt ihn fest. In dem, was er eigentlich längst nicht mehr war.

Der andere Weg war das zu werden, was er war.
Und der Weg ging hinaus in den Wald. Ging dorthin, wo man sich dem stellen musste
– letztendlich, mit der Konsequenz etwas zu verlieren, etwas zu gewinnen.
Nicht Menschen, nicht Gegenstände.
Sich selbst!

Und er wusste, er würde sich dem eines Tages stellen müssen.
Sich selbst.

Sie forderte nichts von ihm. Sie war da.
So stand sie vor ihm, reichte ihm die Hand.

Diana Sicher-Fritsch

Eine Geschichte, die das Meer mir mitgab

 

An jenem Tag, so sagt man, steht die Sonne still. Das passiert jedes Jahr wieder – immer wieder – und darum gibt es keine Vergangenheit und keine Zukunft. Es gibt nur ein Jetzt.
Der Mann hatte gelernt und erfahren was Hingabe ist. Und doch suchte er weiter. Er wusste, dass es noch mehr geben musste – viel mehr. Das, was den Sinn ausmacht und er war bereit diese Veränderung zu erleben.
Er suchte sich eine Frau, die mit ihrer Fingerspitze seine Seele zu berühren vermochte.

Und als sie das tat, legte er sich auf den Rücken und streckte seinen Kopf nach hinten. So legte er seinen Hals frei.
Es war das Zeichen für sie, dass er bereit war sich selbst aufzugeben und er wusste, dass er ihr voll und ganz vertrauen konnte, denn er vertraute ihr sein Leben an. Sie kniete sich neben ihm, legte ihm ihre linke Hand auf sein Herz und wartete.

Nach einiger Zeit spürte er ihre Wärme und mehr noch. Er spürte, dass sich etwas veränderte.  Denn die Wärme drang durch Schichten aus Schlacke und Asche in ihn ein und berührte sein Herz.
Er hatte nicht damit gerechnet und spürte große Schmerzen. Und er fühlte wie ein kleiner Junge, der mit dem Schmerz eines aufgeschlagenen Knies, seinen Weltschmerz mitfühlte, der tief in ihm saß. Und der Schmerz des Mannes war unendlich groß und weit. Doch die Wärme hielt sein Herz am Leben.

Und sein Herzschlag war so stark, dass er Risse in dem Panzer erzeugte. Die Risse wurden tiefer, größer und es war ihm, als würde sein Brustkorb gesprengt und er hatte Angst zu sterben. Und er weinte aus tiefster Seele. Er beweinte vieles aus seinem Leben. Und die Tränen rannen aus seinen geschlossenen Augen, bildeten Rinnsale, Bäche und Ströme. Doch die Wärme hielt sein Herz am Leben.
Die Hand der Frau blieb auf seinem Herzen.  Und als die Tränen versiegten, war der Panzer gesprungen und die Frau konnte die schweren Platten mit ihrer rechten Hand fortschieben von seiner Brust und er atmete frei.
Sie kniete sich an sein Kopfende. Sie legte seinen Kopf in ihren Schoß und breitete ein kühles Tuch über seine Stirn und seine Augen. Seinen Körper wusch sie in einem Meer von Licht.

Das Licht heilte die Wunden und die Risse. Es füllte die entstandenen Lücken mit Zuversicht und strahlte von nun an in ihm.
Danach breitete sie ihre Arme wie ein Zelt über ihm aus und in dessen Schutz schlief er ein.  Viele Stunden, vielleicht Tage, vergingen.
Sie wachte über seinen Schlaf und wartete geduldig bis er erwachte. Dieses Erwachen war der Moment, in dem er seinen Körper nicht mehr von ihrem unterscheiden konnte, seine Seele, sein Herz und seinen Verstand nicht mehr ihm alleine gehörten. Es war der Moment, in dem er sich selbst aufgab um ein Teil zu sein.

Und weil er nun ein Teil war, erlebte er nicht länger nur seine eigenen Gefühle, sondern auch ihre Gefühle und alle Gefühle der Welt. Und er wusste, dass er nun lernen musste damit umzugehen. Denn manchmal ist das allzu viel. Doch mit jedem Atemzug und jedem Herzschlag fühlte er, dass er sein eigenes Leben spürte, dass er weiterleben würde und erkannte in Demut seine eigene Bedeutung. Den Sinn.
Es war der Sinn, den er selbst dem Leben gab.

Diana Sicher-Fritsch

Der Sammler

 

Und er sammelt.

Er sammelt Menschen, Situationen, Ereignisse, Informationen. Er sammelt Events und Aktivitäten. Er sammelt Autos, Häuser, Verabredungen, er sammelt alles. Sogar Lob und Bestätigung.
All das sind kleine bunte Knete-kugeln, die er natürlich auch sammelt, und dann in die Löcher stopft. Er repariert damit den Weg seines Lebens. Jeder Riss, jede Mulde wird so gekittet und aufgefüllt.
Der Sammler entscheidet sich nicht. Nicht dafür und auch nicht dagegen. So bleibt alles bei ihm. Egal ob er damit etwas anzufangen weiß oder nicht.

Der Sammler HAT.

An den Tagen, an denen es ihm gut geht, schaut er auf seinem Weg zurück und sieht einen bunten Teppich. Und er schaut auf seinem Weg vorwärts. Und auch hier hat er viele, viele bunte Farbkleckse, die sein Auge erfreuen. Und er findet sein Leben bunt. Geht fröhlich pfeifend seinen Weg und freut sich über den Überfluss an Lebensinhalten.

An anderen Tagen ist sein Gang nicht so sicher. Seine Fußsohlen ertasten die Unebenheiten auf einem Weg. Denn egal wie bunt die Farbtupfer auf seinem Weg sind, sie sind letztendlich nur Ausbesserungsversuche. Durch sie entsteht kein Bild.

An diesen Tagen stellt er fest, dass seine Sammlung nicht vollständig ist. Und er erhofft durch viele, neue Farbkleckse ein Bild entstehen lassen zu können. So sammelt er weiter. Bunte Knete-kugeln. Drückt sie in die Schlaglöcher, die sein Leben holprig machen. Immer wieder in der Hoffnung ein Bild für den eigenen Weg zu bekommen.

Diana Sicher-Fritsch

Der Sorgenbaum

 

Der Sorgenbaum
Der
Tischler, den ich angestellt
hatte,
um mir bei der Restaurierung eines
altem
Bauernhaus zu helfen, hatte gerade einen
harten ersten Tag in seinem Job beendet. Ein platter
Reifen  kostete ihn eine Stunde Arbeit, seine elektrische Säge
versagte  ihren Dienst  und  nun  wollte  sein  altertümlicher Pickup
nicht  anspringen.  Während  ich ihn  nach Haus fuhr, saß er in steinerner
Ruhe  neben mir.  Als wir bei ihm zu Hause angekommen  waren, lud er mich
ein, seine Familie  kennen zu lernen. Während  wir  zur Vordertür gingen, blieb er
kurz an einem kleinen Baum stehen und berührte die Spitzen der Zweige mit beiden
Händen. Als sich die Tür öffnete machte er  eine erstaunliche Wandlung durch. Sein
gebräuntes  Gesicht  schmückte  ein  Lächeln  und er  umarmte seine zwei kleinen
Kinder und gab seiner Frau einen Kuss. Später, als er mich zu  meinem Wagen
begleitete, kamen  wir wieder an  diesem Baum vorbei und meine Neugier
gewann die Oberhand. Ich fragte ihn, was es mit diesem Baum auf sich
hatte. "Oh, das ist mein Sorgenbaum.", antwortete er. "Ich weiß, dass
ich  Sorgen  und  Probleme  im Beruf nicht  verhindern kann, aber
eines ist sicher: sie gehören nicht ins Haus, zu meiner Frau
und den Kindern. Also hänge ich jeden Abend,
wenn ich nach Hause komme, meine
Sorgen und Probleme ganz
oben in den Baum
und am nächsten
Morgen  nehme
ich  sie  wieder
ab. Das lustige
an  der  Sache
ist,"  sagte  er
mir lächelnd,
" Wenn    ich
m o r g e n s
heraus komme,
um  die Sorgen
wieder     abzu-
nehmen,    dann
hängen  dort  viel
weniger
, als ich glaubte
am
Abend vorher aufgehängt zu haben.“

Autor unbekannt
(Ein Denk-Art-Baum)

Beziehungen - Konstrukte & Konstruktionen

 

Das Beziehungs-Haus

Das Haus

Alle Beziehungen (egal ob Liebesbeziehungen, freundschaftliche Beziehungen, usw.) sind für mich wie ein Haus. Dieses Haus hat 4 Räume. Wir können hineingehen und es bewohnen.


Die Räume

Jede Beziehung hat ihren Raum. Es gibt funktionierende Beziehungen in allen Räumen.
Das ist nicht wertend sondern feststellend betrachtet.
Wichtig ist zu wissen, in welchem Raum die Beziehung stattfindet.

Die 4 Räume ergeben sich aus den Möglichkeiten des „Aufeinander-Einlassens“


A: lässt sich ein
B: lässt sich ein


A: lässt sich nicht ein
B: lässt sich ein


A: lässt sich ein
B: lässt sich nicht ein


A: lässt sich nicht ein
B: lässt sich nicht ein








Die 3 Ebenen in den Räumen


In jedem Raum befindet sich ein Boden, Wände und eine Decke.

Der Boden stellt die körperliche Ebene dar.
Ein Boden kann ein langfloriger, kuschliger Teppich, ein warmer Holzboden, ein kühler Fliesenboden oder ein kalter Betonboden sein. Sicherlich gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten und jeder bestimmt die Art und Weise der Beschaffenheit selbst anhand der Bedürfnisse.
Auf diesem Boden spüren wir die Art und Weise der jeweiligen Beziehung. Wir legen den Boden, den wir in dieser Beziehung erleben möchten.

Die Decke symbolisiert die Emotionen.
Wenn wir in unserer Beziehung – also in dem Raum – angekommen sind und unseren Platz eingenommen haben, können wir vom Boden aus unseren Blick zur Decke hin richten. Dort sehen wir je nachdem was wir brauchen oder wollen (das ist leider nicht immer dasselbe) einen Sternenhimmel oder eine leuchtende Sonne. Es könnten auch Farben oder etwas ganz anderes sein. Etwas, was unsere Emotionen widerspiegelt oder sie unterstützt.


Die Wände sind für den Geist da.
Unsere Gedanken können sich in dem geschützten Raum entfalten. Vielleicht können sie wie Murmeln in einer Bahn kreisen. Dabei berühren sie die Wände. Wir werden unsere Wände so konstruieren, dass Gedanken frei fließen dürfen oder sie einengen. Fenster können den Horizont erweitern, Türen können dafür sorgen, dass sie den Raum verlassen und wieder heimkommen dürfen. Farbe an den Wänden unterstützt und fördert das Lernen, Wachsen, die Kommunikation, den Freigeist usw.


Architekten unserer Beziehung

In Beziehungen legt meist der „stärkere“ Part diese Rahmenbedingungen fest. So kann es sein, dass der andere oder die anderen sich in dem vorgegebenen Raum wohlfühlen oder eben auch nicht.
Idealerweise gestalten alle an der Beziehung beteiligten die Räume mit.


Intensität
Durch die Gestaltung der drei Elemente zeigt sich die Intensität, mit der sich jeder auf die Beziehung einlassen möchte. Je wichtiger es ihr/ihm ist, desto konkreter und intensiver werden die Vorstellungen, Wünsche und Ideen sein.


Leben in den Räumen
Egal wie wir unsere Beziehungen gestalten, es verhält sich mit ihnen wie mit dem realen Wohnen in Räumen. Sie können uns Halt, Schutz, Sicherheit oder Geborgenheit geben. Sie können uns einsperren oder andere aussperren. Schlussendlich ist jeder selbst dafür verantwortlich wie sie/er wohnt, wie die Beziehungen, die man führt, konstruiert sind.
Wir sind selbst dafür verantwortlich unsere Beziehungs-Räume so einzurichten, wie wir sie haben wollen.


Erwartungen
Wir haben Erwartungen an andere, ob sie sich auf die Beziehung einzulassen oder nicht.
Wir haben Erwartungen an andere, welche der drei Ebenen sie in dem Raum gestalten möchten.
Wir haben Erwartungen an andere, mit welcher Intensität sie sich auf die jeweiligen Ebenen einlassen möchten. Die Frage ist was erwarten wir und was verspricht uns die/der andere oder versprechen uns die anderen.

Wenn wir mehr oder etwas anderes erwarten als uns versprochen wird, so liegt das immer in unserer eigenen Verantwortung. Wir bestimmen, wie weit wir uns einlassen.
Wir sind die Architekten unserer Beziehungen. Niemand sonst.


Diana Sicher-Fritsch

Die Welt ist nicht nur schwarz und weiß!

 

Stimmt. Sie kann auch bunt sein.
Damit meine Welt in mir bunt sein kann, sind SCHWARZ und WEISS aber sehr wichtig.
Denn das SCHWARZ bildet den Rahmen.

Wenn ich mir einen Rahmen schaffe, der mich gut schützt, dann kann die Welt in mir bunt sein. Können Farben schimmern, kann ich mit den Farben spielen!

Die Welt ist die Wirklichkeit mit all ihren Menschen und Facetten. Eine herrliche Welt!
Der Rahmen ist die Struktur, die ich meinem Leben gebe. Er schützt mich.

In meinem, von mir selbst gesetzten Rahmen kann ich mich ungehindert bewegen, kann genießen, kann SEIN.
In dieser bunten Welt in mir kann ich erleben, kann ich spielen und kreativ sein, kann ich all die Farben auskosten.

Und manchmal öffne ich den Rahmen oder erweitere ihn.
Lasse neues Leben, Gefühle, Ideen, Erfahrungen und vor allem Menschen hinein.

Manchmal möchten die Menschen bleiben. Manchmal möchten sie das nicht.
Wer nicht bleiben will, den hindere ich nicht. Weil jeder seine Entscheidungen für sich treffen muß, die ich respektiere. Denn das ist sehr wichtig für sie.
Wer bleiben will, der bleib. Setzt sich still neben mich, läuft mit mir herum, springt und tanzt mit mir duchs Leben.

Nein, die Welt ist wirklich nicht nur schwarz und weiß. Sie ist bunt. Bunt in mir.

Diana Sicher-Fritsch

Novembernebel

 
Sundance von Gabriel Delgado

Zufällig habe ich in den Unendlichkeiten des Internets ein Bild entdeckt.
Ein Bild von einer Frau. Einer tanzenden Frau.
Oranges, warmes Licht hüllt sie ein.
Der Künstler Gabriel Delgado hat mich mit seinem Bild "Sundance" zu einer Geschichte inspiriert. Es ist die Geschichte der Bilder in seinem Schauraum.
Sundance hängt übrigens inzwischen in einem meiner Coaching-Räume.


Weißer Nebel legte sich auf die Felder.
Die Sonne war längst schon verschwunden und es würde noch einige Stunden dauern, bis sie wieder erstrahlen sollte.

Zwischenzeit
So nannte er diese Stunden, die nur ihm zu gehören schienen.
Niemand sonst war wach, war zu sehen. Nur er fuhr durch die Straßen und nur seine Gedanken füllten den Raum im Inneren.

Raum
Der Raum, den er betritt ist sein Ausstellungsraum.
Und die Menschen kommen her, um zu sehen, um zu schauen und manche wollen besitzen was sie sehen. Und sie staunen über Farben, über Formate, über Techniken und einige stauen, weil sie spüren.

Innehalten
Er stellt sich in die Mitte des Raumes und schließt die Augen, hält inne und lauscht.
Er wartet, bis er nur mehr sein eigenes Herz schlagen hört. Rund um ihn ist es still. So still, wie es sonst nie auf der Welt ist. Und er setzt sich auf den Boden, zieht die Beine an und ist ganz ruhig in sich und ruht in sich.

Sehend
Langsam schlägt er die Augen auf. Er betrachtet das erste Bild an der Wand. Und er sieht die Frauengestalt darauf. Nicht mit den Augen des Malers. Er sieht sie mit den Augen eines Menschen, eines Mannes. So ist sie ganz neu für ihn. Noch unbekannt und er weiß nichts über sie.

Erlebend
Und während er sie betrachtet, verlässt sie ihren gewohnten Rahmen, verlässt den Raum im Raum. Sie bleibt vor ihm stehen. Sie betrachten einander und er weiß wer sie ist und sie weiß wer er ist. Dann geht sie um ihn herum, setzt sich auf den Boden und lehnt ihren Rücken an den seinen. Stumm bleiben sie eine Weile sitzen. Bis ihre Gedanken die seinen wurden und seine die ihren. Und als sie einander verstanden hatten, stand sie auf, sah ihm in die Augen und kehrte zurück in ihr Bild.

Rituale
Und reihum nimmt er so die in seinem Kreis auf, die ihm nahe sind, die er schuf und zum Leben erweckte. Die, die er beseelte und gestaltete. Und sie nahmen ihn an. Als den, der sie erschaffen hatte und sie lebendig und unsterblich gemacht hatte. Und sie dankten einander dafür. Denn etwas Wunderbares war geschehen.

Eine Geschichte für Gabriel Delgado

Diana Sicher-Fritsch

Zum Nachdenken

 

Eine Psychologin schritt während eines Stress-Management Seminars durch den Zuschauerraum. Als sie ein Wasserglas hoch hielt, erwarteten die Zuhörer die typische Frage: „Ist dieses Glas halb leer oder halb voll?“ Stattdessen fragte sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht: „Wie schwer ist dieses Glas?“

Die Antworten pendelten sich zwischen 200g bis 500g ein.
Die Psychologin antwortete: „Das absolute Gewicht spielt keine Rolle. Es hängt davon ab, wie lange ich es halten muss. Halte ich es für eine Minute, ist es kein Problem. Wenn ich es für eine Stunde halten muss, werde ich einen leichten Schmerz im Arm verspüren. Muss ich es für einen ganzen Tag halten, wäre mein Arm taub und paralysiert. Das Gewicht des Glases ändert sich nicht, aber umso länger ich es halte, desto schwerer wird es.“

Sie fuhr fort: „Stress und Sorgen im Leben sind wie dieses Glas mit Wasser. Denke über sie eine kurze Zeit nach und sie hinterlassen keine Spuren.

Denke über sie etwas länger nach und sie werden anfangen dich zu verletzen. Wenn du über deine Sorgen den ganzen Tag nachdenkst, wirst du dich irgendwann wie paralysiert fühlen und nicht mehr in der Lage sein, irgendetwas zu tun.“
Es ist wirklich wichtig sich in Erinnerung zu rufen, den Stress und die Sorgen auch mal Beiseite zu schieben. Tragt sie nicht in den Abend und in die Nacht hinein. Denkt daran, dass Glas einfach mal abzusetzen!!!!!

Verfasser unbekannt